Soziale Kompetenz
Die Schule hat, neben dem Bildungsauftrag, einen gesetzlich verankerten Erziehungsauftrag, der die familiäre Erziehung ergänzen und den Sozialisationsprozess des Kindes unterstützen soll.
In der Schule wird in Gruppen gelebt und gelernt. Die Voraussetzung dafür ist ein Mindestmaß an sozial angemessenen Verhaltensweisen aller am Schulleben Beteiligten.
Soziale Erziehung ist daher keine „Erziehung um der Erziehung willen“, sondern zielt auf eine Steigerung der Lebensqualität in der Schule ab. Ein so verbessertes Schulklima ist eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Lernen. Bezogen auf die Lebenswelt Schule kann soziale Erziehung nur erfolgreich stattfinden, wenn alle am Schulleben Beteiligten gemeinsam diesen Prozess in die Realität umsetzen.
Das Soziale Kompetenztraining kann dabei Schule und Schüler von außen unterstützen.
- Warum Soziales Kompetenztraining ?
Eine zunehmende Anzahl von Schulen macht die Erfahrung, dass ihre Schüler nicht mehr bereit sind im zwischenmenschlichen Umgang grundlegende soziale Regeln einzuhalten und die Grenzen anderer zu achten. Konflikte sind aber ein normaler Bestandteil im Umgang mit anderen Menschen. Sie sind eine Chance zur Veränderung und Weiterentwicklung. Dafür muss ein konstruktiver, das heißt gewaltfreier Umgang mit Konflikten erlernt und eingeübt werden.
- Was ist Soziale Kompetenz ?
Soziale Kompetenz beschreibt als zentraler Begriff die Fähigkeit eines Individuums, sich in sein soziales Umfeld einzufinden und sich mit diesem auseinander zu setzen. Soziale Kompetenz beruht auf folgenden fünf Teilkompetenzen:
- Selbstbewusstsein im Sinne des "über sich selbst bewusst zu sein", d.h. seine Stärken und Schwächen zu kennen und bereit sein, sich mit diesen auseinander zu setzen, sich selbst zu vertrauen und sich abgrenzen können und wollen.
- Einfühlungsvermögen (Empathie) ist der ehrliche Versuch, Ziele und Bedürfnisse des Gegenübers zu begreifen und das eigene Handeln darauf auszurichten.
- Kommunikationsfähigkeit bedeutet sich ausdrücken können und als Vorbereitung für die Konfliktfähigkeit, zwischen Sach- und Beziehungsebene trennen können und verstehen, dass der Gesprächspartner nicht unbedingt alles so versteht, wie es ursprünglich gemeint ist.
- Kooperationsbereitschaft und –fähigkeit
Voraussetzung dafür ist die Kenntnis über Vorteile von Kooperation.
- Konfliktfähigkeit im Sinne eines konstruktiven Umgangs miteinander. Voraussetzung ist Toleranz und die Bereitschaft auf Gewalt zu verzichten.
- Ziele und Zielgruppe des Sozialen Kompetenztrainings
Das Soziale Kompetenztraining richtet sich an Klassen der Stufe 5 bis 8. Es kann als Interventionsprogramm für aktuell vorliegende Probleme, aber auch als Training für Schulklassen in der Orientierungsphase (Klassenstufe 5) eingesetzt werden. Das Training ist dabei ein Klassenprogramm.
Folgende Ziele liegen dem Training zugrunde:
- Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Konfliktfähigkeit, Alternativen zu aggressiven Verhaltensweisen
- Teamfähigkeit
- Entwicklung der Gruppe
- Erfolgreiche Rollengestaltung in der Klassen-gemeinschaft
- Problemlösekompetenz
- Praktischer Ablauf des Sozialen Kompetenztrainings
Das Soziale Kompetenztraining wird in zwei Einheiten zu jeweils vier Zeitstunden durch geschulte Mitarbeiter des G-Recht e.V. durchgeführt.
Das Training ist in zwei Phasen unterteilt
- Diagnosephase
Methoden: Interaktions-
Wahrnehmung-
Kooperationsübungen
- Konfrontationsphase
Methoden: Spiegeln des Ist-Zustandes
Problemanalyse
Zielentwicklung
Im Vorfeld geschieht eine Evaluation der möglichen Probleme innerhalb der Klasse gemeinsam mit dem Klassenlehrer.
Das Training orientiert sich inhaltlich immer an den real existierenden Problemen der Klasse und greift bzw. deckt diese auf, um eine Aufarbeitung zu ermöglichen.
Mit Ergebnissen des Sozialen Kompetenztrainings sollte anschließend im Unterricht weiter gearbeitet werden.
Kosten:
500.-- € (2 Mitarbeiter, Dipl.- Sozialpädagogen) |